79e Commé­mo­ra­tion de l’in­cor­po­ra­tion de force, par Marie Goerg-Lieby – « L’Ami hebdo » du 29.8.21

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Lettre du député Tobias Pflü­ger en réponse aux reven­di­ca­tions de l’OPMNAM envers l’Al­le­magne qui dédom­mage les « volon­taires » comme la LVF ou les victimes de la divi­sion Char­le­magne, la divi­sion Wallonne, la divi­sion Azul ou la divi­sion Condor, sans oublier les Scan­di­naves.

Gruß­wort von Tobias PFLÜGER, Bundes­tag­sab­geord­ne­ter der LINKEN                                                                             24.08.2021

 

Mes chers amis,

Leider kann ich heute nicht persön­lich bei Euch sein, weil ich in Berlin bei einer drin­gen­den Sitzung des Bundes­tages u.a. zu den Evakuie­run­gen aus Afgha­nis­tan sein muss. Herz­lich möchte ich mich bedan­ken für die Einla­dung zu dieser Gedenk­ve­rans­tal­tung und für die Gele­gen­heit ein paar Worte an Euch zu rich­ten.

Deut­schland hat im Zwei­ten Welt­krieg viel Schuld auf sich gela­den. Am 25. August 1942 wurden zahl­reiche Elsäs­ser und Mosel­la­ner zwang­sein­ge­zo­gen in die deut­scheWehr­macht. Ich will in aller Deut­li­ch­keit beto­nen, dass diese jungen Männer nicht frei­willig in den Krieg gezo­gen sind. 500 junge Männer wurden von den Deut­schen hinge­rich­tet, weil sie sich gegen diese Zwang­sre­kru­tie­rung­ge­wehrt haben. Auch die Fami­lien waren durch die Sippen­haf­tung gefähr­det. Über 40.000 der Zwang­sein­ge­zo­ge­nen konn­ten nicht mehr zu ihren Fami­lien zurü­ck­keh­ren. Sie waren Väter, Onkel und Cousins.

Den Kindern, die ohne ihre Väter aufwach­sen muss­ten,ist mehr­faches Leid wieder­fah­ren.
Deut­schland hat sich mittels des Deutsch-franzö­si­schen Abkom­men von 1981 mit der einma­li­gen Zahlung von gerade einmal 250 Millio­nen DM versucht frei­zu­kau­fen. Die Bundes­re­gie­rung ist der Ansicht keine weite­ren Entschä­di­gun­gen mehr leis­ten zu müssen. Ledi­glich dieje­ni­gen, die daue­rhaft­ge­sund­heit­lich geschä­digt sind, stehen nach demGesetz über die Versor­gung der Opfer des KriegesGelder zu. Nach eben diesem Gesetz würde den geschätz­ten 15.000 Waisen der Zwang­sein­ge­zo­ge­nen eine Waisen­rente zuste­hen, die dennoch bis heute verwehrt wird.

Der Verlust der Hinter­blie­be­nen, von denen einige heute hier anwe­send sind, ist nicht mit Geld wieder­gut­zu­ma­chen. Klar ist für mich, dass die Waisen der Elsäs­ser und der Mosel­la­ner densel­ben Anspruch auf Waisen­rente haben müssen,wie die Waisen der Deut­schen. Die ungleiche Behand­lung von Menschen aufgrund der Natio­na­lität muss aufhö­ren. Deut­schland wird hier seiner Schuld bis dato nicht gerecht. Die Bundes­re­gie­rung muss den Waisen der Zwang­sein­ge­zo­ge­nen endlich die Aner­ken­nung zukom­men lassen undsie auch ents­pre­chend entschä­di­gen.

Liebe Freun­din­nen und Freunde,

Nicht nur in dieser Ungleich­be­hand­lung zeigt sich, dass die Verbre­chen Deut­schlands im Zwei­ten Welt­krieg noch lange nicht aufgear­bei­tet sind und wir immer noch um ein vernünf­ti­gesGes­chichts­be­wusst­sein kämp­fen müssen. Erst im Mai dieses Jahres sprach ich in Stutt­gart über den Geno­zid an den Pontos-Grie­chin­nen, die bis heute auf eine Aner­ken­nung des Geno­zides durch die Bundes­re­pu­blik warten.

Schuld einges­te­hen und Verbre­chen des Krieges aufar­bei­ten,bedeu­tet auch Konsequen­zen zu ziehen. Die Erin­ne­rung an die zwang­sein­ge­zo­ge­nen Elsäs­ser und Mosel­la­ner ist eine Mahnung an die Schre­cken des Natio­nal­so­zia­lis­mus und an die Schre­cken des Krieges. Und sie ist eine Mahnung an dieje­ni­gen zu denken und Verant­wor­tung zu über­neh­men, die durch Kriege bedroht sind oder ihre Exis­tenz­grund­lage verlo­ren haben.

Heute, an dieser Gedenk­feier kann ich nicht bei Euch sein, weil ich mich dafür einsetze, dass möglichst viele der Schutz­bedürf­ti­gen aus Afgha­nis­tan evakuiert werden. Der Krieg in Afgha­nis­tan war von Anfang an falsch. Umso wich­ti­ger ist es jetzt endlich zu handeln, damit wir nicht noch mehr Menschen im Stich lassen. Dabei dürfen bürokra­tische Hürden und die Frage der Natio­na­lität nicht im Weg stehen.

Die Evakuie­rung­sflüge von Fran­kreich und von Deut­schland dürfen nicht unter­schei­den, ob ihre Passa­giere einen franzö­si­schen, deut­schen oder afgha­ni­schen Pass haben, sondern sie soll­ten möglichst viele Menschen in Not aufneh­men. Am Flugha­fen von Kabul werden Menschen abge­wie­sen, weil sie mit gerade einmal 18 Jahren « zu alt für die Kern­fa­mi­lie » seien. Deutsche Evakuie­rung­sflüge werden gestri­chen, weil nicht genü­gend Menschen von den Listen bis zum Flugha­fen vordrin­gen konn­ten, während es an Menschen, die geret­tet werden soll­ten,nicht mangelt.

Meine Freun­din­nen und Freunde,

Was Kriege zerstö­ren,kann nur mühsam und lang­sam wieder aufge­baut werden. Gerade deshalb ist es wich­tig die Erin­ne­rung an began­genes Unrecht wach zu halten, wie hier bei dieser Gedenk­ve­rans­tal­tung am Odilien­berg am Jahres­tag, an dem die Wehr­macht über 40.000 Elsäs­ser und Mosel­la­ner zwang­sein­ge­zo­gen hat. Wir wollen klar die Botschaft senden: Nie wieder Krieg und nie wieder Faschis­mus.

 

Docu­ment trans­mis par Gérard Michel,

président de l’OPMNAM

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